Im September entschieden wir uns für einen Kurztrip nach Mallorca zu reisen. Dieses Ziel hatten wir eigentlich nie am Schirm. Die negativen Schlagzeilen als ein beliebtes Partyurlaub-Ziel der Deutschen machte die Insel für uns weniger attraktiv. Aber die Insel ist ja groß, dachten wir und so entschieden uns für das Hotel Innside Calvia Beach in Magaluf. Mehr zum Hotel erfährt ihr in diesem Beitrag: INNSiDE by Meliá Calviá Beach – Unser Review.
Party Hotspot der Briten
Erst nach dem Buchen erfuhren wir, dass Magaluf der Party Hotspot der Briten ist – so wie der Ballermann es für die Deutschen ist. Magaluf soll für regelmäßige Exzesse der jungen Briten bekannt sein. Laut Berichten ähnelt der Ort einer verwüsteten Drogenhölle. Mit jeden negativen Beitrag, schwand unsere Vorfreude auf den idyllischen Bade- und Städtetrip. Die Maßnahmen des in 2020 eingeführten Alkoholverbots, wie zum Beispiel die Alkohol-Verkaufssperre nach 21:30, sollten die Lage entschärfen.
Den Ort im westlichen Teil Mallorcas erreichten wir vom Flughafen problemlos mit der Buslinie A11. Die Busstation befindet sich auf der selben Höhe wie die Station nach Palma Stadt, jedoch nicht auf der rechten Seite sondern links vom breiten Fußgängerweg beim Ausgang der Flughalle. Der Bus fährt nur in der Hauptsaison direkt vom Flughafen nach Magaluf. Im Winter müsste man zuerst nach Palma Stadt fahren und dort in die Buslinie 104 / 105 umsteigen.
In Calvià angekommen stellten wir überrascht fest, dass es sehr ruhig war – sowie im weiteren Verlauf unseres Aufenthaltes. Krawallfreudigen Briten sind wir eigentlich nie begegnet und in den meisten Bars war Abends kaum was los. Das könnte sehr stark daran liegen, dass wir unsere Reise im September von Montag bis Mittwoch auf Mallorca gebucht haben. Wahrscheinlich schaut die Situation im Juli sowie August und vor allem am Wochenende ganz anders in Magaluf aus.



Sunset Lovers
Nach dem Check-In zog es uns gleich an den öffentlichen Strand „Calvià Beach“. Beim Abschnitt in der Höhe des Hotels schwamm mäßig viel Dreck im Wasser, da sich in der Bucht etwas Müll ansammelte. Zum Schwimmen spazierten wir etwas weiter weg, wo uns kristallblaues Meer erwartete. Es hatte Mitte September ca. 28 Grad und je nach Sonneneinstrahlung fühlten sich die Temperatur wie 34 oder 35 Grad an. Das Meer war noch warm genug um darin schwimmen zu können. Allerdings kühlt es in den Nächten ordentlich ab.
Mit einer leichten Jacke im Gepäck und etwas Proviant hetzten wir zum Bus Nr. 123, der uns in 25 Minuten zum traumhaften Sunset View Point „Mirador las Malgrats„, im Westen der Insel bringen sollte. Diese Aussicht zählt nicht mehr zu einem Hidden Gem, ist aber durchaus weniger überlaufen als so mancher Spot in Santorini. Da wir etwas spät dran waren, hätten wir den Sonnenuntergang beinahe verpasst. Früher kommen lohnt sich, da auch hier „gute“ Plätze besetzt werden. Jedoch ist Vorsicht geboten! Viele genießen die Aussicht auf die Insel „Illes Malgrats“ von den zahlreichen Klippensteinen, die nach dem Sonnenuntergang aufgrund der Dunkelheit kaum mehr zu erkennen sind. Gerade wenn man sich direkt am Klippenrand befinden, könnten das sehr gefährlich werden.
Nach dem Sonnenuntergang machten wir die Partymeile „Punta Ballena“ unsicher. Anstatt feiernden Menschen fanden wir eine leere Hauptstraße wieder. Ist man auf Party aus sollte man nicht nach Magaluf unter der Woche (im September) kommen. Wir fanden die ruhige Lage nicht so schlimm aber das Flanieren durch die leere Punta Ballena wurde aufgrund der hartnäckigen Mitarbeiten vor den Bars eher anstrengend. Nachdem wir zum 100sten Mal versucht worden sind, in ein Lokal gelockt zu werden, wichen wir auf einen Alternativplan aus und genossen ein spätes Picknick bei Mondschein am Strand.



Business First
Gleich in der Früh am nächsten Morgen, hatten wir einen Termin mit dem Direktor des Melia Hotels. Er zeigte uns die unterschiedlichen Zimmerkategorien und Highlights der Hauses. Neben interessanten Hintergründen zur Entstehung des INNSiDE by Meliá Calviá Beach, erfuhren wir erstaunliche Fakten zur lokalen Umgebung. Mehr dazu hier: INNSiDE Review. Nach der netten Hausführung ging es für uns direkt weiter zum Bus nach Palma de Mallorca. Mit der Linie 105 kommt man unkompliziert und ohne Umsteigen in nur 35 Minuten zur Haupthaltestelle des Zentrums. Von dort lässt sich die historische Altstadt sehr gut zu Fuß erreichen.
Ein Vorteil des Urlaubs unter der Woche in Mallorca ist das „Menú del Día„. Die meisten Restaurants bieten von Montag bis Freitag Mittagsmenüs an, bestehend aus Suppe oder Salat, Hauptgericht, Nachspeise sowie einem Getränk. Der Preis variiert zwischen 8 – 16 €. Wir wurden vor dem hohen Ansturm sehr überrascht, denn vor vielen Toplokalen bildete sich eine meterlange Schlange. Hat man ein bestimmtes Lokal im Auge, sollte man vorher (sofern möglich) einen Tisch reservieren. Beliebt sind unteranderem das Restaurant Boira, das Restraunt La Vieja oder das Restraunt Buscando El Norte. Wir haben uns für das Buscando El Norte entschieden und bekamen für nur 14€ ein ausgezeichnetes Menü.
Alternativ gibt es die Möglichkeit Speisen mit extra frischen Lebensmitteln bei den zahlreichen Restaurants im Markt „Mercat de l’Olivar„ zu verköstigen. Von dort ist man nur 2 Gehminuten von der Shoppingstraße „Carrer de Sant Miquel“ entfernt, auf welcher man Geschäfte wie Bershka oder Snipes sowie zahlreiche Boutiquen findet. Nach dem Shoppen spazierten wir zum Königspalast „La Almudaina“, der im 14. Jahrhundert erbaut wurde und heute als offizielle Sommerresidenz der spanischen Königsfamilie dient. Für 7€ kann man die Räume ganzjährig von innen besichtigen, uns reichte der imposante Blick von außen. Der Park „S’Hort del Rei“, der sich direkt daneben befindet, eignet sich perfekt für eine Verschnaufpause.



Malle ist nur einmal im Jahr
Am Nachmittag verschlug es uns aus Neugierde zum „Ballermann“ nach El Arenal. Im Gegensatz zu Magaluf war hier bereits am Nachmittag die Party von den vorwiegend deutschen Touristen voll im Gange. Wir nutzten das gute Wetter für einen Spaziergang entlang der Promenade und einer Runde Minigolf in der Dino Minigolf Anlage. Dort kann man zwischen 3 Bahnen mit unterschiedlichen Schwierigkeitsstufen wählen. Mit einem Erfrischungsgetränk ausgestattet, beobachteten wir den schönen Sonnenuntergang vom Sandstrand „Platja de s’Arenal“, der noch zur später Stunde recht belebt war. Zu Abend aßen wir im Restaurant Iron Diner, welches wir aus einer Folge von „Goodbye Deutschland“ kannten. Wir waren positiv überrascht, wie gut der Protein Burger und die Protein Pizza schmeckte.
Am Rückweg überredete uns ein Promoter des Partytempels „Megapark„ einen Sprung hineinzuschauen. Im riesigen Club wird jeder Gast zu einem freien Stehtisch geführt, der im Laufe des Besuchs nur aufgrund eines Besuchs der Toilette verlassen werden sollte. Wir wurden direkt vor der Bühne platziert und sahen die Performance von Sängerin Isi Glück ganz nah. Überall stehen Securities, die unerwünschtes Verhalten sofort unterbinden. Aufgrund des kostenlosen Eintritts sind die Getränke etwas teurer. Wir zahlten 20€ pro Maß, wobei in dem Preis ein Megapark T-Shirt inkludiert war. Lange konnte wir nicht bleiben, weil die Taxifahrt von El Arenal nach Magaluf etwa um die 90€ kostet. Das wars uns nicht wert, weswegen wir die etwas mühsame öffentliche Heimfahrt in Kauf nahmen.



Little Britain
Da unser Flug erst um 20:00 Uhr zurück nach Wien ging, hatten wir am letzten Tag genug Zeit um in Magaluf zuerst beim Pool und nach dem Check-Out am Strand zu entspannen. Verhungern kann man in dem Örtchen nicht, da überall „Late English Breakfast“ mit Baked Beans und anderen klassischen Komponenten bis 15 Uhr angeboten wird. Als Brunch Lokal wählten wir den Finnegan’s Pub gegenüber des Katmandu Freizeitparks, bei dem man neben Minigolf auch einen Wasserspielplatz für Kinder findet. Die Qualität des Essen ist richtig top und die Portionsgröße mehr als ausreichend. Eine kurze Zeit lang, vergaßen wir, dass wir nicht in London sondern auf Mallorca urlaubten, da der Rest der Gäste britisches Englisch sprach.
Am Nachmittag besorgten wir einige Souvenirs und spazierten durch die Gegend. Gleich neben unserem Hotel befand sich die Nobel Strandbar „Nikki Beach„. Obwohl wir eigentlich nur gute Rezensionen über den Club gelesen haben, entschieden wir uns gegen einen Besuch. Wir wollten unbedingt den sommerlichen Klassiker „Sangria“ trinken, den es dort nicht gab. Gefunden haben wir einen frisch zubereiteten Sangria im Lokal „Robinson Crusoes“. Mit Blick aufs Meer und den Strand genossen wir unser letztes Getränk vor dem Abflug. Die Rückfahrt mit dem Bus klappte, so wie die Herfahrt unkompliziert und schnell. Insgesamt waren wir von unserem Mallorca Urlaub sehr zufrieden und vielleicht sieht uns die sonnige Insel ein zweites Mal wieder.


