Urlaubschecker Blog

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Trip Review: Brüssel

Brüssel stand ehrlichgesagt nicht auf unser Bucket-Liste, jedoch hat uns (zum Glück) ein richtig gutes Angebot in die europäische Hauptstadt gezogen. Zur Ankurbelung des heimischen Tourismus verschenkte Brüssel im Herbst 2021 einen Visit Brussels Pass im Wert von € 40,- pro Person. Diesen Gutschein konnte man für Hotelübernachtungen oder als Eintritt zu ausgewählten Attraktionen verwenden. Gepaart mit billigen Flügen, konnten wir dem verlockenden Wochenendtrip nicht widerstehen.

Fritand

Wir entschieden uns von Freitag auf Sonntag in Brüssel zu bleiben, da ein Wochenende vollkommen ausreicht um sich sich das Wichtigste anzusehen. Angekommen sind wir am Flughafen Brüssel-Charleroi, der ca. 60 km südlich von der Hauptstadt liegt. Die günstigste Möglichkeit ins Zentrum zu kommen ist der flibco Bus, dennoch kostet eine Fahrkarte 17€ pro Strecke. Zum Vergleich, ein Uber kostet für die selbe Strecke von einer Stunde ca. 87€. Tickets kann man entweder online oder direkt bei der Haltestelle kaufen. Zu unserem Pech hat sich vor uns eine sehr lange Schlange gebildet, wodurch wir keinen Sitzplatz im Bus bekamen. Da der Bus nur 2 Mal pro Stunde fährt, war es besonders ärgerlich in der Kälte auf den Nächsten zu warten.

Genächtigt haben wir im Hotel Novotel Brussels Centre Midi Station. Gepunktet hat die unmittelbare Nähe zum Airport Shuttle sowie die optimale Lage zur Altstadt, die man in nur 16 Minuten Fußweg erreichen konnte. Die Gegend an sich war nicht sehr spektakulär aber für ein Wochenende ganz okay. Das Bezahlen mit dem Visit Brussels Pass funktionierte einwandfrei. Uns wurden insgesamt 80 € von der Gesamtsumme abgezogen. Pro Nacht konnte ein Gutschein eingelöst werden. Nach dem Check-In spazierten wir zum Grand-Place, der trotz leichtem Nieselregen sehr gut besucht war.

Da Brüssel unteranderem für seine Fritten bekannt ist, mussten wir natürlich welche probieren. Recherchen zu Folge, gibt es die Besten bei Fritland. Das Lokal befindet sich direkt beim Grand-Place und ist somit schnell zu erreichen. Die Speisen werden beim Schalter als Take-Away verkauft und können auf den Tischen vor dem Lokal gegessen werden. Neben den klassischen Pommes gibt es noch andere Snacks wie Sandwiches oder frittiertes Fast Food. Belgische Fritten werden doppelt frittiert und sind dadurch außen viel knuspriger als unsere Pommes. Eine Portion mit Sauce kommt auf 4€ und ist recht groß. Es sind nicht die besten Pommes, die wie je gegessen haben (die gab es in Amsterdam) aber das Geld auf jeden Fall wert.

Visit Brussel (Pass)

Am nächsten Tag, ging es für uns in der Früh zum Wahrzeichen von Brüssel, zum Atomium. Das giantische Stahlwerk wurde für die Expo 1958 gebaut und zieht heutzutage jede Menge Touristen an. Das Kunstwerk ist ein beliebter Spot für Fotos und fasziniert mit seiner außergewöhnlichen Form. Im Inneren befindet sich neben einem Museum, ein Restaurant sowie eine Panorama Plattform in der obersten Kugel.

Kurz vor Abflug haben wir eine E-Mail erhalten, dass wir uns einen zweiten Visit Brussels Pass holen können weil noch genügend Vouchers zur Verfügung standen. Gesagt, getan. Das extra Taschengeld haben wir zum einen für das Mini-Europe genutzt, welches sich direkt neben dem Atomium befindet. In diesem Freiluftmuseum kann man Miniatur Nachbauten alle europäischer Länder bestaunen. Alle Modelle sind mit viel Liebe zum Detail konstruiert worden und stellen berühmte Gebäude oder ein historisch prägendes Ereignis da. Bei unserem Besuch fand ein Halloween Special statt, bei welchem sehr viel aufwendige Gruseldekoration im gesamten Areal verteilt wurde.

Neben schönen Erinnerungsfotos von den nachgebauten Sehenswürdigkeiten der einzelnen europäischen Ländern, erfährt man mehr über wichtige Aspekte ihrer Geschichte. Am Ende des Themenparks befindet sich The Spirit of Europe, eine überdachte Ausstellung über die Gründung und Ziele der Europäischen Union. Neben interaktiven Aktivitäten gibt es ein Quiz, bei dem man sein Wissen über die Mitgliedsstaaten der EU testen kann. Bei dem Eintrittspreis von 17€ ist ein Programmheft mit ausführlichen Informationen zu den ausgestellten Ländern enthalten.

Die zweite Attraktion, bei der wir den Brüssel Gutschein verwendeten, war das Schokoladenmuseum Belgian Chocolate Village in der Rue de Neck. Ein zweites Schokoladenmuseum gibt es in der Nähe vom Grand Place, wir hatten uns jedoch für dieses entschieden weil wir den Restbetrag vom Visit Brussels Pass (abzüglich Eintritt) im Shop für Schokolade einlösen konnten. Das Museum ist für den Eintrittspreis von 8€ recht klein. Man taucht in die geschichtlichen Hintergründe der Kakaobohne und den Prozess der Schokoladenherstellung ein. Die Highlights des Rundgangs sind das tropische Gewächshaus und das Atelier mit einer Verkostung.

Am Nachmittag gab es für uns eine verpflichtende Waffel in der Waffle Factory. Als Basis kann man zwischen einer Brüssel oder einer Liege Waffel wählen. Die Brüssel Waffel ist eckig und knuspriger, während die Liege Waffel rund und kompakter ist. Beide Waffelarten können nach Belieben mit verschiedenen Toppings verfeinert oder pur ohne Nichts genossen werden. Für diejenigen, die lieber etwas Herzhaftes bevorzugen, gibt es die Lunchwaf, eine pikant gefüllte Waffel. Wir hatten eine Brüssel Waffel mit Karamellsauce und dunkler belgischer Schokolade. Richtig lecker!

Gestärkt machten wir uns auf den Weg zum Europaviertel und zum Europäischen Parlament. Die Gegend ist von moderner Architektur und vielen Glasfassaden geprägt. Das Parlament ist von außen nicht besonders spektakulär, man kann jedoch im Parlamentarium kostenlos die Welt der Politik entdecken. Aufgrund Covid muss im Vorhinein auf der Website ein Zeitslot reserviert werden. Ansonsten kann es passieren, dass man im Falle eines hohen Andrangs, nicht in das Besucherzentrum hineingelassen wird. Unser Spaziergang führte uns zum Jardin du Mont des Arts. Dieser hoch gelegene Park bietet eine herrliche Aussicht über die Stadt und lädt auf den vielen Bänken zum Verweilen ein. Brüssel ist zuletzt auch für sein Bier bekannt.

Am Abend verschlug es uns zum Riesenrad von Brüssel, dem „The View„. Die Attraktion befindet sich am höchsten Punkt der Stadt, am Place Poelaert. Auf diesem Platz erhält man auch von unten einen wunderschönen Panaromaanblick über die Skyline von Brüssel. Zu Fuß ging es danach für uns zum bekannten Craft Beer Lokal BrewDog. Die gezapften Biere kosten pro 0,5 Liter ca. 8 € und sind richtig gut. Das Lokal war im Gegensatz zur überfüllten Altstadt äußerst leer. Als zweiten Stopp hätten wir das Delirium eingeplant, jedoch hat uns die lange Warteschlange vor dem Eingang zu sehr abgeschreckt. Als Ersatz diente die Lokalbrauerei Beer Project mit einer großartigen Auswahl an belgischen Biersorten. Für den kleinen Hunger gibt passende Snacks zum Bier.

Manneken Pis

An unserem letzten Tag genehmigten wir uns ein Frühstück im Café Maison Dandoy beim Grande-Place. Diesmal mit einer Liege Waffel und einer heißen belgischen Schokolade. Wir fanden die Waffeln um einiges besser als die von der Waffel Factory, also unbedingt auch probieren! Das Maison Dandoy gibt es auch in der Galerie du Roi, einem Teil der Galeries Royales Saint-Hubert. Die prachtvolle Passage mit zahlreichen Luxusgeschäften ist bedauerlicherweise oft überfüllt, da die Galerien als eine Attraktion viele Touristen anzieht. Ein Foto beim Manneken Pis, dem „pissenden Männlein“ durfte natürlich auch nicht fehlen.

Jeden Sonntag findet der größte Markt von Brüssel, der Marché du Midi beim Bahnhof Gare du Midi statt. Dieser Platz war zufälligerweise genau gegenüber von unserem Hotel. Nach dem Check-Out bot sich für uns daher die Gelegenheit durch die Stände zu schlendern. Bei diesem Markt findet man unteranderem frisches Obst und Gemüse, Textil- und Haushaltsartikel, Gewürze sowie unterschiedliche Schmankerln, die direkt verspeist werden können.

Die Rückreise mit dem flibco Bus funktionierte diesmal problemlos. Wir sind extra früher zum Flughafen aufgebrochen, damit wir den Flieger nicht verpassen, falls die Schlange für den Airport Shuttle wieder so lang wäre. Erfreulicherweise war diesmal nicht so viel los und wir erwischten sogar einen früheren Bus. Die schlechte Nachricht erwartete uns am Flughafen, es kam zu einer 40 minütigen Verspätung. Uns ärgerte es auch, dass in der sehr kleinen Abflughalle die meisten Restaurants nicht offen hatten. Nach der langen Wartezeit waren wir schlussendlich froh, wieder in Wien gelandet zu sein.

Vera

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