Urlaubschecker Blog

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Trip Review: Venedig

Enge Kanäle mit Gondeln, prachtvolle Marmorpaläste und romantische Gässchen machen Venedig zu einer Stadt voller magischer Schönheit – egal ob bei Tag oder bei Nacht. Es funkeln stets Sonnen- oder Mondstrahlen im blauen Wasser der Lagune, die seit 1987 auf der UNESCO-Liste des Weltkulturerbes steht. Im Gegensatz zu vielen anderen Städten findet die Fortbewegung in Venedig überwiegend auf Booten statt, da mehr als die Hälfte der Gesamtfläche von 414,6 km² aus Wasser besteht.

Alle Mann (& Frau) an Bord!

Unseren 3-Tages Trip verbrachten wird Ende Juni auf Lido di Venzia, einer Insel unterhalb der Altstadt. Wir entschieden uns für das Hotel New Reiter, da sich aufgrund der perfekten Lage ein Städteurlaub mit einem Strandaufenthalt verbinden ließ. Der Sandstrand war nur 4 Minuten zu Fuß entfernt und den Markusplatz konnten wir mit öffentlichen Verkehrsmitteln in ca. 20 Minuten erreichen.

Vom Flughafen Venedig-Tessera (VCE) bzw. „Marco Polo“ kommt man entweder an Land oder über die Lagune nach Venedig. Der Transfer zwischen den Inseln ist nur über den Wasserweg möglich. Hier ist die Varietät der Verkehrsmittel auf den Vaporetto (Wasserbus) oder das Wassertaxi beschränkt. Direkt am Flughafen (ca. 15 Minuten Gehzeit) befindet sich ein kleiner Hafen mit öffentlichen Verkehrsbooten von AliLaguna. Die Linea Blu verbindet den Flughafen Marco Polo mit Venedig, Murano und Lido SME.

Da wir nur mit Handgepäck geflogen sind, ging es für uns gleich nach der Landung mit der blauen Linie auf die Insel Murano. Nach Murano kostet das Ticket vom Flughafen 8 € pro Person. Trotz der nicht all zu langen Distanz schipperten wir eine halbe Ewigkeit auf der Wasserstraße. Das liegt daran, dass in der gesamten Lagune die Höchstgeschwindigkeit zwischen 5 km/h und max. 20 km/h liegt.

Glasbläsern über den Rücken schauen

Die Geschichte von Murano begann im 13. Jahrhundert, als die venezianische Regierung den Betrieb von Glasblasöfen aufgrund hoher Brandgefahr verboten hat. Die Stadt, die überwiegend aus Holz besteht, hätte ein großes Feuer nicht überlebt. Somit wurden alle Glasblasöfen auf die Insel Murano verbannt, wo die Glasbläser ihre Kunst verfeinerten und perfektionierten.

Im Laufe der Jahre wurde Murano Glas auf der ganzen Welt berühmt, weswegen Glasbläsermeister auf der Insel einen privilegierten Status und viel Wohlstand genossen. Heutzutage wird das traditionell hergestellte Glas sogar mit dem Etikett ORIGINAL MURANO GLASS OMG® zertifiziert, um es von billigen Kopien unterscheiden zu können.

Nach einem notwendigen Kaffe, begann unsere Tour bei der Brücke Ponte Longo Lino Toffolo mit wunderschöner Aussicht auf den Canal Grande. Gleich daneben befindet sich der Leuchtturm Faro di Murano, der erstmals 1912 eröffnet wurde und heute noch als aktiver Leuchtturm fungiert. Den restlichen Besuch verbrachten wir mit Schaufensterbummel und einer Glaskunst-Entdeckungstour in den zahlreichen Boutiquen. Man kann sich auf Murano nicht all zu sehr verirren, da es sich um eine sehr kleine Insel handelt.

In vielen Glasfabriken auf Murano kann man selber beobachten, wie Glas in den Öfen geblasen wird. In Wave Murano Glass Srl konnten wir den Künstlern über den Rücken schauen und erfuhren wie ihre Glaskunst hergestellt wird. Doch Vorsicht, wegen der offenen Öfen ist es sehr heiß. Obwohl es früher Nachmittag war und die Sonne nicht all zu stark schien, hielten wir dort nicht sehr lange aus. Respekt an alle Glasbläser!

Sonnenuntergang am Muschelstrand

Nach dem Check-In mussten wir einige Minuten am Zimmer ausharren, da ein kurzes Sommergewitter über die Insel zog. Nach wenigen Augenblicken kam die Sonne wieder heraus und der Boden trocknete aufgrund der starken Hitze sofort. Mit Snacks und Sandwiches von Il pane di via Fuga ausgestattet, machten wir uns auf dem Weg zum Meer. Am Hin- und Rückweg zum Strand musste im Laufe des Urlaubs ein obligatorischer Stopp beim Aperol Stand eingelegt werden. Mit einem Frozen Aperol To Go kann man sich bei der italienischen Hitze prima abkühlen.

Die 11 km² lange Insel Lido di Venezia trennt die venezianische Lagune vom offenen Meer. Auf der Meeresseite befindet sich ein schöner Sandstrand mit einem eher ruhigen Meer. Aber Achtung, nicht jeder Strandabschnitt ist „kostenlos“ benutzbar. Da wir uns erst am späten Nachmittag in den Sand legten, war anscheinend kein Personal mehr vor Ort um uns zu verscheuchen. Erst am nächsten Tag erfuhren wir, dass man nur mit ausgeborgten Liegen / Sonnenschirmen den Strand benutzen darf. Ein Tagesticket kostet ca. 25 € pro Person – das Liegen am eigenen Handtuch ist nicht erlaubt!

Auf der Insel befinden sich auch öffentliche Strände, die ca. 5 Minuten weiter weg liegen. Zum Beispiel der Strand Spiaggia Lungomare d’Annunzio oder der östliche Abschnitt bei der coco beach Bar in Lungomare Gabriele D‘ Annunzio, 2. Dank der flachen Küste, erwärmt sich das Meer rasch und man muss einige Meter gehen bis man den Boden nicht mehr spürt. Genau das wurde uns zum Verhängnis! Achtung vor gefährlichen Petermännchen-Fischen, die sich gerne in Küstennähe im Sand eingraben. Auf der Rückenflosse befinden sich giftige Stacheln, die neben einem schmerhaften Stich auch allergische Reaktionen ausrufen können.

Zwischen bunten Häusern

Von der Hafen-Station Lido di Venezia gibt es mit AliLaguna ein direkte Verbindung nach Burano. Wir sind schon sehr zeitig aufgebrochen um nicht in die Nachmittagshitze zu kommen. Nach einiger Fahrzeit durch die Lagune kamen wir auf die bunte Insel an, die zum Glück noch nicht mit viele Touristen belagert war. 

Die knalligen Farben der Häuser dienten den Fischern als Hilfe um ihr Zuhause im dichten Nebel des venezianischen Winters wieder zu finden. Da sich diese Tradition durchgesetzt hat, müssen heutzutage alle Einwohner Buranos einen Antrag bei der Regierung einreichen, falls sie ihr Haus neu streichen möchten. Abgesehen von den leuchtenden Farben, ist die Insel für die Spitzenherstellung bekannt. Schon seit der Renaissance sind die handgefertigte Tischdecken und andere Spitzen-Produkte der Haupterwerbzweig der Insel.

Passend zum Ambiente der Umgebung starteten wir unseren Inselbesuch mit einem buntem Kaffee in der „Laguna Bar“ bei der Hauptstraße Via Baldassarre Galuppi. Wir fanden den Schaum, der mit Zuckerschrift bemalt und dekoriert wird, sehr instagramable. Gleich daneben befindet sich der Hauptplatz Baldassarre Galuppi mit dem schiefen Turm von Burano. Bei der Strukturerhöhung des Glockenturm, der zur Kirche San Martino gehört, wurde das Gewicht falsch berechnet. Was dazu führte, dass der Turm „Campanile Storto di Burano“ einfach kippte.

Den Rest des Tages verbrachten wir zwischen den malerisch bunten Häusern und spazierten durch die gepflasterten Straßen. Wir sind kaum Touristen begegnet, da wir die Wege abseits der Hauptstraße erkundet haben. Ein absoluter Traum für schöne Instagram Fotos! Als die Menschenmassen kamen und die Nachmittagshitze unerträglich wurde, schipperten wir entspannt Richtung Lido. Die restliche Sonne genossen wir bei einer abkühlenden Meeresbrise am Strand.

Sich in den schmalen Gässchen verirren

In die Altstadt Venedigs kommt man von Lido ganz einfach mit der Bootsline 1 oder 2 des öffentlichen Verkehrsnetzwerkes ACTV. Wir sind zur perfekten Zeit zum südwestlichen Stadtviertel Dorsoduro aufgebrochen, da wir die venezianische Architektur und Umrisse der imposanten Gebäude im perfekten Sonnenuntergangslicht von der Lagune bewundern konnten.

Eine Spezialität, die besonders beliebt ist, sind sogenannte Cicchetti. Wir entschieden uns die venezianischen Tapas in einem der bestbewerteten Restaurants, der Osteria Al Squero zu kosten. Der Innenraum der rustikalen Bar ist sehr klein, weswegen viele Gäste ihre Häppchen vor dem Lokal am Kanal verzehren – vorzugsweise mit Aperol Spritz. Dort hat man einen einzigartigen Ausblick auf den Squero di San Trovaso, die älteste Werft, die in Venedig noch in Betrieb ist. Bei dem berühmten Bootsbauer werden bereits seit dem 17. Jahrhundert Gondeln komplett von Hand hergestellt, gebaut und repariert. Als wir Abends vor Ort ankamen, waren alle Cicchetti leider ausverkauft. Mit einem Aperitif To Go gaben wir uns dennoch zufrieden.

Nach einer langen Suche und einem charmanten Spaziergang entschieden wir uns in der Osteria Oniga zu essen. Im Bereich des Ambientes und des Geschmacks wurden wir nicht enttäuscht. Die frische Zutaten sowie die köstlich zubereiteten Speisen können wir nur empfehlen. Als Nachspeise gab es ein Eis von Gelateria il Doge. Am Rückweg irrten wir durch die verlassen Nebengassen – etwas gespenstisch wenn man keiner Menschenseele begegnet. Am Ende des Tage hat uns Google Maps wohlauf in unser Hotel geführt.

Von der touristischen Seite

Den letzten Morgen verbrachten wir am Strand. Beim Sonnenaufgang über dem Meereshorizont schmeckte unser Kaffee umso besser als sonst. Daran könnte man sich gewöhnen! Nach dem Check-Out erledigten wir die „touristischen“ Sachen in der Altstadt.

Der Markusplatz, ist der einzige Platz in Venedig, der sich Piazza nennen darf, während die anderen Campos oder Piazzales heißen. Dies soll die Schönheit und Pracht des historischen Piazza San Marco unterstreichen. Auf dem Platz befinden sich schließlich berühmte Architekturwerke wie der Dogenpalast, der Markusdom sowie der hohe Uhrenturm, der die Skyline Venedigs prägt. Einige Urlaubfotos durften dort nicht fehlen aber mehr Zeit verbrachten wir in der prallen Sonne nicht.

Am Weg zur nächsten Sehenswürdigkeit bummelt wir durch zahlreiche Boutiquen und quetschten uns an den vielen Touristen vorbei. Schlussendlich erreichten wir die älteste Brücke Venedigs, die im 16. Jahrhundert als erste Brücke über dem Canal Grande erbaut wurde. Ein kurzes Schnappschuss von den Gondeln war noch drin, bevor uns andere Touristen von unserem Platz wegdrängten.

Nach einer abenteuerlichen Wanderung durch noch engere Gässchen stärkten wir uns bei einer Pizza im Restaurant Algiubagio für die anstehende Heimreise. Mit der Linie B ging es von Haltestelle F.te Nove „A“ problemlos zum Flughafen und anschließend zurück nach Österreich.


Vera

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