Urlaubschecker Blog

Auf diesem Reiseblog aus Österreich findest du inspirierende und kulinarische Beiträge rund um das Thema Reisen. Wir teilen mit dir unsere Erfahrungen und verraten dir nützliche Tipps für deinen nächsten Urlaub.

Trip Review: Mailand

Der erste Trip nach der Corona Pause ging für uns nach Mailand. Geplant war die Reise nicht, wir haben spontan aufgrund der billigen Flügen zugeschlagen. Gebucht wurde von Donnerstag auf Samstag aber wie wir es schon von unseren letzten (verschobenen) Reisen gewohnt waren, haben sich die Flüge verschoben. Der Wien-Mailand Flug wurde von Donnerstag auf Freitag verlegt. Bei einem Wochenendtrip von 3 Tagen fällt der eine Tag weniger leider sehr ins Gewicht. Eine kostenlose Stornierungsoption gab es leider nicht und Änderungsgebühren hätten das 5-fache des Flugtickets gekostet. Daher blieb uns nichts anderes übrig als den Rückflug am Samstag verstreichen zu lassen und einen neuen Rückflug nach Wien am Sonntag zu buchen. Schlussendlich waren wir mit den Flugzeiten sehr zufrieden, da wir 3 volle Tage in Mailand verbringen konnten.

Anreise

Nach pünktlicher Ankunft haben wir uns sofort auf die Suche nach dem Terravision Bus gemacht, der direkt vom Flughafen zur Stazione di Milano Centrale fährt. Das Rätsel woher wir die Tickets für die Fahrt herbekommen, hat sich schnell gelöst. Der Busfahrer hat die Fahrkarten direkt beim Einsteigen verkauft. Für nur €10,- ging es ohne Probleme in einer Stunde direkt ins Stadtzentrum. Falls man mit großen Koffern unterwegs ist, bietet die Ablagefläche im unteren Teil des Busses genug Stauraum. Wir sind nur mit Handgepäck geflogen, weil unsere leichten Sommersachen nicht viel Platz verbraucht haben.

Beim Check-In ins Hotel INNSIDE MILANO TORRE GALFA wurde uns vom freundlichen Personal mitgeteilt, dass wir ein kostenloses Upgrade bekommen haben. Die Fenster, die vom Fußboden bis zur Decke reichten, gaben dem Zimmer im 10. Stock eine extra Portion Luxus. Das erst kürzlich eröffnete Hotel punktet mit einer modernen Ausstattung und einem zeitgenössischen Design. Wir haben uns auf jeden Fall richtig wohl in unserem Zimmer gefühlt.

Sightseeing

Am ersten Tag stand das klassische Sightseeing am Programm. Da sich das Hotel nicht weit weg vom Zentrum befindet, beschlossen wir den Weg zu Fuß zu gehen. Den ersten Stop legten wir bei der Galleria Vittorio Emanuele II ein. Die Einkaufgalerie vom Architekten Giuseppe Mengoni ist üppig gestaltet und vom damaligen König Vittorio Emanuelle II im 19. Jahrhundert eröffnet. Charakteristisch ist die gläserne Kuppel sowie die vier großen Mosaike im Fußboden, die Wappen der italienischen Städte von Rom, Florenz, Turin und Mailand abbilden. In der Galleria befinden sich vor allem exklusive Geschäfte wie Lois Vuitton, Armani, Prada Gucci oder Versace. In 2007 wurde das Town House Galleria eröffnet, das erste 7-Sterne Hotel der Welt.

Da wir etwas Hunger bekamen, wurde es Zeit für einen Snack bei Luini. Die Bäckerei befindet sich in der Via S. Radegonda 16 und ist für die besten Panzerotti der Stadt bekannt. Während man die klassische Calzone im Ofen bäckt, wird die Panzerotti frittiert und somit auch calzoni fritti genannt. Bei Luini wird der Teig nach dem Familienrezept zubereitet und entweder klassisch mit Tomate und Mozzarella oder mit anderen Füllungen wie zum Beispiel Prosciutto, Salami, Melanzani, Zucchini sowie Spinat gefüllt. Auch Panzerotti dolce mit Schokolade, Früchten oder Maroni gibt es dort zu kaufen. Wir haben uns für ein herzhaftes calzoni fritti mit Spinat/Ricotta und Salami entschieden.

Gleich daneben befindet sich das Wahrzeichen von Mailand, der Duomo di Milano. Mit dem Bau des Doms wurde im 12. Jahrhundert begonnen und erst im 19 Jahrhundert im Auftrag von Napoleon beendet. Ein paar obligatorische Selfies am Domplatz waren unumgänglich. Der Eintritt in die Kathedrale kostet € 5,- und Zutritt aufs Dach entweder zu Fuß oder mit dem Lift um die € 15,-. Es besteht auch die Möglichkeit sich das Museum gegen einen weiteren Aufpreis anzusehen.

Weiter ging unsere Tour zur Kirche San Bernardino alle Ossa und dessen Seitenkapelle mit einem Gewölbe (Triumph der Seelen im Flug der Engel) verziert ist. Die Innenwände des quadratischen Gebäudes sind fast vollständig mit menschlichen Schädeln und Knochen bedeckt. Man vermutet, dass es sich bei den Überresten um Verstorbene des örtlichen Krankenhauses und des im 17. Jahrhundert geschlossenen Friedhof handelt. Auch wenn es bei Friedhöfen wahrscheinlich mehr Knochen unter der Erde gibt, ist der direkte Anblick auf die menschlichen Überreste sehr furchteinflößend.

Aperitivo

Nachdem wir uns für den Abend schick gemacht haben, geht es am Nachmittag für uns in den charmanten Stadtteil Navigli, der für seine Kanäle Naviglio Grande und Naviglio Pavese bekannt ist. Die gepflasterten Steinstraßen und die zahlreichen Brücken verleihen ein romantisches Ambiente, welches etwas an Venedig erinnert. Gerade am Abend wenn die Sonne untergeht und sich im Wasser spiegelt, kann man wunderschöne Fotos machen.

Die Hauptattraktion sind jedoch die vielen Bars und Restaurant, die mit einer Happy Hour die vorbei gehenden Passanten in ihr Lokal locken. Die Aperitivo beginnt üblicherweise um 18:00 Uhr und dauert bis ca. 22:00 Uhr. In dieser Zeit erhält man beim Kauf eines Getränks aus der Karte italienisches Fingerfood wie Pizza, Panini, Focaccia, Antipasti oder Nachspeisen quasi umsonst dazu. Während sich die Ausführung sehr stark unterscheidet und manche Lokale ein fertige Platte zum Tisch reichen, ist im Spritz Navigli ein ganzes All-you-Can Buffet inkludiert. Das Highlight des Buffets war für uns die Lasagne sowie das Risotto Milanese. Auch am nächsten Abend haben wir uns für das tolle Konzept entschieden und probierten das Aperitivo im Manhattan aus. Unser Fazit: Die Cocktails waren im Manhattan besser und die Buffetauswahl im Spitz Navigli größer. Nichtsdestotrotz können wir euch ein Aperitvo in beiden Lokalen empfehlen.

Shopping

Der zweite Tag war hauptsächlich unser Shopping Day. Wir haben uns im Vorhinein die größten Einkaufsstraßen herausgesucht und sind in der Früh gleich gestartet. Frühstück gab es unterwegs in einer italienischen Bäckerei mit Schokoladen-Croissants und natürlich viel Kaffee. Von der Stazione di Milano Centrale sind es nur 10 Minuten Fußweg bis man die Corso Buenos Aires erreicht. Die Shoppingstraße befindet sich auf einer sehr befahrenen Straße und zieht sich von der U-Bahn Station Loreto bis zur U-Bahn Porta Venezia. Man findet dort Geschäfte wie H&M, Zara, Nike oder Sephora.

Der nächste Shopping Stopp ging zum Mailänder Dom. Rund um die Kathedrale gibt es zahlreiche Einkaufstraßen wie die Corso Vittorio Emanuele II mit Geschäften wie Mango, Bershka, Victorias’s Secret und italienischen Boutiquen. Auch die belebte Via Torino lockt mit zahlreichen Stores wie Foot Locker, Pimkie, Pandora oder Terranova. Rund um den Dom gibt es auch kleine Zeitungsstände, die Mitbringsel verkaufen. Große Souvenir-Läden, wie wir sie aus Dublin oder New York kennen, konnten wir leider nicht entdecken. Für unsere Vitrine haben wir dennoch ein schönes Andenken gefunden.

Unsere Shoppingtour setzte sich in der Via Paolo Sarpi fort. Die Straße ist der Mittelpunkt des mailändischen Chinatown. Dort befinden sich mit chinesischen Laternen geschmückte Restaurants, chinesische Lebensmittelgeschäfte sowie chinesische Boutiquen mit Accessoires, Kleidung und Schuhen. Beim Flanieren haben wir auch viele Street-Food Imbissstände und Handy- bzw. Elektroshops entdeckt. Um ehrlich zu sein haben wir uns von dem italienischen Chinatown mehr erwartet. Positiv überrascht hat uns dennoch der chinesische Supermarkt Chineat in der Via Paolo Sarpi 15. Auf zwei Ebenen konnten wir sehr skurrile Produkte wie Lays mit Rosenwasser-Geschmack oder Starbucks Milky Cheese Latte entdecken. Im Vergleich zu unseren chinesischen Geschäften, gab es dort eine bemerkenswert große Produktauswahl.

Chillout

Den letzten Tag gingen wir eher ruhig und ohne viel Programm an. Es gab ein zuvor gekauftes Frühstück im Parco Industria Alfa Romeo, der in mehrere Bereiche unterteilt ist. In der Mitte befindet sich ein See, der von mehreren Hügel umgeben ist, die vor Straßenlärm schützen. Das Besondere an dem Park ist die runde Architektur, die Spiralen und Kreise in allen Elementen widerspiegelt. Den höchsten Hügelpunkt auf 22 Meter erreicht man mit einem Pfad, der sich auf einer Doppelhelix entfaltet und an der Spitze gipfelt. 

Zu Mittag verschlug es uns wieder zum Dom. In den vergangen Tagen ist uns die Terrazza-Aperol ins Auge gesprungen, die wir unbedingt besuchen wollten. Der Eingang ist etwas verwinkelt weil sich das Restaurant im 3. Stock befindet. Man wird im 2. Stock vom Personal empfangen und zum Tisch begleitet. Wir haben einen Platz im Außenbereich bekommen und hatten direkten Blick auf die Kathedrale. Für einen Spritzer bzw. Cocktail zahlt man € 18,- der mit einer kleinen Antipasti Platte kommt. Obwohl man die Top-Lage deutlich im Preis spürt, war ein Aperol Spritzer dennoch ein must-buy.

Den Nachmittag haben wir in der Nähe des Piazza Gae Aulenti ausklingen lassen. Der Platz befindet sich im modernen Stadtviertel Porta Nuova und ist von beeindruckenden Wolkenkratzern und futuristischer Architektur umgeben. Aufgrund der vielen Sitzmöglichkeiten und Grünflächen im Parco Biblioteca degli Alberi gibt es genügend Platz um die Aussicht zu genießen und das Bosco Verticale Wohnhaus zu begutachten. An den Fassaden des Hochhauskomplexes wurden ca. 900 Bäume sowie mehr als 2000 andere Pflanzen gepflanzt. Diese außergewöhnliche Architektur macht das Wohngebäude aus unserer Sicht zu einer interessanten Sehenswürdigkeit.

Vera

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